Mittwoch, Oktober 18, 2006

Santiago de Chile

Nach einem 16-stuendigen Flug kamen wir am 18.9 im bewoelkten und kalten Santiago an. Unbewusst traf der hiesige Nationalfeiertag mit unserer Ankunft zusammen und die Stadt war menschenleer. Die Leute feiern den Natinalfeiertag im grossen Stil, aber wenn irgendwie moeglich auf dem Lande. Auch in der Jugi, wo wir uns einquartiert hatten, wurde ein Assado (Grillfest) geschmissen und wir fuehlten uns sofort wohl hier.

Sicht auf Santiago vom Cerro San CristobalDie ersten paar Tage besichtigten wir mit anderen Traveller die wenigen Sehenswuerdigkeiten der Stadt und erfuhren bald, dass hier die Naechte meist feucht-froehlich zu und her gehen und es immer einen Grund fuer eine Feier gibt.



unser ApartmentNachdem wir uns in Santiago etwas eingelebt hatten, suchten wir nach einer Sprachschule und einer Wohnung. Mit Hilfe des Internets hatten wir bald etwas gefunden und gingen bereits am naechsten Tag zur Schule und zogen in ein huebsches Apartment ein. Es ist wunderbar, wieder mal einem geregelten Tagesablauf nachzugehen und etwas Privatsphaehre zu haben.
Was auch ganz wunderbar ist, ist dass es hier den Tages Anzeiger zu kaufen gibt! So kann Regi ihrem liebstem Hobby "Tages Anzeiger lesen" froehnen. Allerdings ist er verhaeltnismaessig teuer, deshalb darf man sich ihn nur ausnahmsweise kaufen.

Schachspieler auf dem Plaza des ArmasSantiago, mit den nahen Anden und den Kolonialbauten, gefaellt uns ganz gut. Mit 5 Millionen Einwohnern ist die Stadt fuer schweizer Verhaeltnisse ziemlich gross und wie in allen Grosstaedten ist hier immer was los. In der Fussgaengerzone im Zentrum ist immer eine Band, ein Zauberer oder ein Clown zufinden und bei grossen Kreuzungen wird waehrend der Rot-Phase jongliert oder Akrobatiknummern vorgefuehrt, um kurz vor der Gruen-Phase dann bei den Autofahrern ein paar Pesos zu erbetteln.

Santiago ZentrumDer Verkehr ist wie in allen Grossstaedten auch in Santiago wahnsinnig und wir sind froh, das wir mit der Metro zur Schule gehen koennen. Bus fahren ist naemlich nicht ganz einfach. Es gibt naemlich kein Busfahrplan. Bevor man also eine Fahrt mit dem Bus von A nach B unternimmt, muss man erstens herausfinden, welche Buse nach B fahren und zweitens, welcher von diesen Busen in der Naehe von A vorbeifaehrt. Zumindest fahren alle Busse mit der selben Nummer die gleiche Strecke.


Barrio BellavistaDie Kolonialherren hatten grossen Einfluss auf die hiesige Kultur und dementsprechend ist das Essen ziemlich europaeisch.
Es gibt an jeder Ecke eine hervorragende Eisdiele, Brot und Pasta wie man sichs nur ertraeumen kann. Na ja zugegeben, mit dem Brot koennten sie noch ein bisschen Fortschritte machen, doch schliesslich sind wir nicht zu Hause. Ausserdem gibt es sehr schmackhafte Nationalgerichte wie Empanada, eine Art gefuellte Teigtasche und Casuela, eine leckere Suppe mit einem Stueck Fleisch darin.

Wie bereits erwaehnt ist unser Appartement sehr schoen. Leider befindet es sich direkt neben einer Autobahn, was entsprechenden Laerm mit sich bringt. Zum Glueck haelt sich dieser vor allem waehrend der Nacht in Grenzen und wir koennen trotzdem schlafen. Am schlimmsten sind die alten, gelben Busse, die verursachen einen Hoellenlaerm.

Mit der Schule sind wir nicht ganz zufrieden. Sie ist sehr grammatiklastig, das heisst eigentlich machen wir nur Grammatik und irgendwelche stupiden Uebungen, Seite fuer Seite im stupiden Buch. Regi glaubt, dass man in Europa vor 50 Jahren so Schule gehalten hat...
Es fehlt einfach an der praktischen Seite. Wir lernen nicht, wie man jemanden begruesst, wie man hoeflich nach dem Weg fragt, wann wie und was man am Telefon sagt, wie man sich bedanken kann etc. So blicken wir hoffnungsvoll in die Zukunft in der Meinung, dass wir beim Reisen durch Chile und Argentinien wirklich Spanisch sprechen lernen.

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