Zum Schluss
Zum Schluss möchten wir noch
Der Reisebericht einer eindrücklichen Reise
Zum Schluss möchten wir noch
Am 16.Januar war es dann endlich soweit und wir fuhren mit dem Taxi zum Airport in Buenos Aires. Dieses Mal ging es nicht weiter, sondern nach Hause und wir freuten uns sehr darüber.
Eine Französin, die ebenfalls auf unserem Flieger war, hatte mehr als eine Tasche als Handgepäck bei sich und der Beamte erklärte ihr auf Englisch, dass sie nur eine Tasche mitnehmen könne. Da die Dame kein Englisch sprach, verstand sie den Beamten erst, als dieser gereizt und immer lauter herum fuchtelte und auf ihre Taschen zeigte. Sie fragte dann zynisch auf Französisch, ob sie die überzähligen Taschen jetzt in den Abfall schmeissen müsse. Nach 5 Minuten hin und her kam ein französisch sprechender Beamter, der ihr erklärte, sie müsse die überzähligen Taschen einchecken und führte sie zum Check-in.
Auch bei der Gepäcksausgabe in Zürich war es still wie in einer Kirche. Nachdem wir Regis fehlender Rucksack gemeldet hatten, gingen wir auf den Bahnhof. Irgendwie schon Wahnsinn, dass es Fahrpläne gibt mit minutengenauen Abfahrtszeiten (z.B. 8:57) und noch wahnsinniger ist, dass die Züge den Fahrplan einhalten.
Bald waren wir zuhause in Wald und wenn an der Tür nicht "Willkommen zuhause" gestanden hätte, hätten wir das Gefühl gehabt, gar nicht weg gewesen zu sein.
Keiner kommt von einer Reise so zurück,
Weil wir langsam aber sicher akzeptierten, dass wir reisemuede geworden sind, entschieden wir unsere Reise zu beenden. Wir verschoben unseren Flug auf Mitte Januar und machten uns auf den Weg nach Buenos Aires.
Der Strand war der absolute Hammer. Nicht weil er so schoen war, nein, weil er so voll war. Da gibt es keinen leeren Sand-Fleck der groesser als ein Quadratmeter ist und die Leute scheinen es zu geniessen.
Unsere naechste Destination war Buenos Aires. Weil es unsere letzte Destination war, leisteten wir uns ein Zimmer mit AC und waren bei 40C sehr froh darueber. Buenos Aires ist sehr laermig und jeder Bus, der neben unserem Hostel vorbeifuhr, brachte unsere Betten zum vibrieren. So wurden wir mit Stoepsel in den Ohren immer zart in den Schlaf vibriert.
Nachdem sich Regi zwei Tage lang an den Kleidergeschaeften abreagiert hatte, besuchten wir die ueblichen Touristenattraktionen. Das Tango-Musical, welches wir besucht haben, hat uns sehr gut gefallen und sogar Mac musste eingestehen, dass Tango nicht ein Altweiber-Tanz ist.
Ein weiterer Hoehepunkt war der Tagesausflug nach Colonia in Uruguay. Die Altstadt mit den kleinen Gassen war menschenleer und wir genossen die Ruhe und die kuehle Brise.
Schliesslich wurde der Aufenthalt in Buenos Aires fast noch ein wenig langweilig und wir mussten einmal mehr feststellen, dass das Hostel und die Leute, die man kennen lernt, viel dazubeitragen, ob einem ein Ort gefaellt oder nicht. Weil wir mit Schicki-Micki US-Girls nicht viel anfangen koennen, hatten wir viel Zeit um ueber unsere Reise nachzudenken.
Bariloche erinnerte uns etwas an ein schweizer Skigebiet. Viele Haeuser sind rustikal aus Holz gebaut, an jeder Ecke kann man sein Geld in einem Souvenir-Shop liegen lassen und die hiesigen Schokoladen-Fabriken erzeugen sehr gute Leckerbissen. So traf man uns auch immer wieder in einem Kaffee, wo wir die Koestlichkeiten verzehrten.
Das Wetter wurde allmaehlich besser, aber Regi hatte einen leichten Bandscheibenvorfall erlitten (Diese Diagnose stellte sie anhand des Buechleins "Selbstdiagnose"...) und nachdem wir miteinander auf den Cerro Otto gewandert sind, schwoll auch noch ihr Fuss an. Mit den grossen Wanderungen wurde folglich nichts.
Weil Mac keine Lust hatte, sich weiterhin mit Kaffee und Kuchen vollzustopfen, hatte er sich fuer einen Tag ein Bike gemietet und ist den Circuito Chico (fuer die "ehemalige Sportskanone" Mac laecherliche 25km...) abgefahren. Die Strecke fuehrt auf den vielen Halbinseln des Lago Nahuel Huapi rund um das beruehmte Hotel Llau Llau.
In Bariloche mussten wir feststellen, dass in Argentinien nicht nur Patagonien, sondern alles mit Touristen ueberlaufen ist. Ohne Vorreservierung von Bussen und Hostels geht gar nichts mehr. Hostels sind teilweise bis zu zwei Wochen im Voraus ausgebucht und die Freiheit, welche wir uns von Asien gewohnt waren, leidet stark darunter. Ehrlich gesagt ist es verdammt muehsam, seine Reise soweit im Voraus planen zu muessen.
Wir mussten uns natuerlich fuegen und mit einer Reservation fuer ein Hostel im Sack, fuhren wir mit dem Nachtbus nach Puerto Madryn. Wie ueblich verbrachten wir den folgenden Tag mit Schlaf-Nachholen. Richtig schlafen kann man naemlich in den Bussen selten, aber weil die langen Busfahrten von bis zu 16h waehrend der Nacht etwas schneller vorbei gehen, bevorzugen wir den Nachtbus. Am Abend feierten wir dann noch 1. August. Nein, natuerlich Silvester, aber es kam uns vor wie 1. August. In Argentinien wird gebadet, gegrillt und haufenweise Geld in den Himmel gesprengt.
Mit einem gemieteten Auto fuhren wir in den folgenden zwei Tage nach Peninsula Valdes und Punta Tombo. Fuer schweizerische Verhaeltnisse voellig durchgeknallt, fuhren wir waehrend diesen zwei Tagen ueber 850km und dies noch groesstenteils auf Schotterpisten mit einer Hoechstgeschwindigkeit von 60km/h (Man rechne: 850km / 60km/h = 14.2h).
Obwohl die Saison fuer Wahlewatching bereits vorbei war, hat es sich gelohnt. Auf der Peninsula Valdes trafen wir auf Guanacos, patagonische Hasen, Guerteltiere, Straeusse, Seehunde, Seeelefanten, Pinguine, Schlangen und natuerlich Schafe.
In Punta Tombo besuchten wir eine Pinguinkolonie mit bis zu einer Million Mitglieder. Die Pinguine kommen an den Ort um unter den ufernahen Straeuchern zu brueten. Sie waren ueberall und wir mussten aufpassen, dass wir keinen mit unserem Auto ueberfuhren.
Die Kroenung des Ausflugs war die wilde Zelt-Uebernachtung auf Peninsula Valdes, wo wir auf Grund des harten Bodens am Meer die meisten Heringe unseres Zelts ruinierten. (Mac kriegte zum Glueck deswegen keinen Herzinfarkt: Preisfrage, warum nicht? Als Preis winkt ein von Mac gegrillter Cervelat in unserem Schwedenofen.)
Dafuer wurden wir mit einem herrlichen Sonnenuntergang belohnt.
Wie geht es weiter? Dies war die Frage, welche uns in den naechsten Tagen beschaeftigte. Nachdem wir uns eingestanden hatten, dass wir vielleicht doch etwas unsicher sind mit dem ganzen Projekt entschieden wir uns zu Bequi in El Hoyo zu fahren, um dort mit ihm eine gefuehrte Mehrtagestour zu unternehmen. So koennten wir etwas mehr Erfahrung sammeln und bekaemen einen Eindruck vom Pferdetrekking in Argentinien. Bequi war uns bekannt von Mirjam und Simon. Er war der Gaucho, welcher ihnen vor ein paar Jahren geholfen hatte ihren Pferdetrek zu realisieren.
Kurz nachdem wir die Bustickets gekauft hatten, erreichte uns eine traurige Nachricht von zuhause. Mac's Grossvater war gestorben. Fuer uns war das Ereignis etwas unerwartet und nach langem Hin und Her entschieden wir uns, unsere Reise abzubrechen um an der Beerdigung teilnehmen zu koennen. Es kam aber anders. Viele Fluege waren der Weihnacht wegen ausgebucht und schliesslich fehlte British Airways irgendeine Nummer um unsern Flug in nuetzlicher Frist verschieben zu koennen. Gezwungenermasse setzten wir unsere Reise wie geplant fort und kamen am Morgen nach einer zweitaegigen Busfahrt in El Hoyo an und quartierten uns in der Naehe von Bequi im Chacra Millalen ein.
Das Chacra Millalen ist ein kleiner Bio-Betrieb. Er umfasst einen grossen Garten, ein paar Haeuschen, einige Obst-Baeume und eine grosse Weide mit Pferden. Durch das ganze Anwesen schlaengelt sich ein Bach und wenn die Sonne scheint, koennte man meinen, man sei im Paradies. Die Besitzer sind ausgesprochen freundlich und das Essen, welches hauptsaechlich aus dem Garten kommt, ist wunderbar.
Wir liessen uns nicht abschrecken und unternahmen einige Ausritte mit Bequi. Bequi ist ein gemuetlicher Strahlemann, der immer was Lustiges zu erzaehlen hat. Manchmal mussten wir uns am Sattel festhalten um vor lauter Lachen nicht vom Pferd zu fallen.
Seine Pferde sind genial. Obwohl sie immer wieder von Touristen geritten werden, sind sie nicht "versaut". Mit Gewichtsverlagerung und etwas Zuegel sind sie einfach zu steuern und das "Bocken" scheinen sie nicht zu kennen. Sie gehen durch jeden Bach und ueber jedes Terrain. Wenn Bequi sie von der Weide ruft, kommen sie daher getrottet. Alles in allem einfach Traumpferde.
Das Highlight unseres Aufenthalts in El Hoyo war der Zweitagestrip zur Lagune Alerce. Dabei kam unser Packsattel, den wir seit Santiago mit uns schleppten, endlich zum Einsatz. Auch das Vorder- und Hintergeschirr war nicht umsonst, denn der Weg fuehrte steil den Berg hinauf.
Angekommen bei der Lagune, versorgten wir die Pferde und stellten unsere Zelte auf. Danach gab es den obligaten Mate (einen Tee, den die Argentinier immer und ueberall trinken) und Bequi grillierte ein Huhn fuers Nachtessen. Als es dunkel (und kalt) wurde, versuchten wir uns im Fischen. Obwohl unsere Angelausruestung ziemlich einfach war (Silch, Haken, Wurm), war der Erfolg beachtenswert. Bequi fing fuenf und Mac eine Forelle. Eine davon gab es dann am naechsten Morgen zum Fruehstueck. Danach wanderten wir zu einem Aussichtspunkt und im Laufe des Nachmittags ritten wir zufrieden zurueck zum Chacra.
Waehrend unseres Aufenthalts in El Hoyo kamen wir zum Entschluss, dass wir voll von Eindruecken und leer von Energie sind. Der Start mit unserem Pferdetreck in El Chalten waere grundsaetzlich moeglich gewesen. Es haette einfach etwas mehr Geduld und Willen gekostet und das hat uns eben gefehlt. Mac nagt immernoch ein wenig an der Sache aber Regi ist ganz zufrieden mit dem Ausgang der Geschichte: "Es waere sowieso nur eine riessen Strapaze geworden!" Ganz nach dem Motte: " Man muss es nehmen, wie's kommt!" Was Regi prinzipiell besser kann als Mac. Bereits in El Calafate versuchten wir Leute zu finden, die uns etwas ueber den Erwerb von Pferden und Ausruestung erzaehlen koennen. Dies war nicht ganz einfach, ist El Calafate doch eine Touristenhochburg und Pferde fuer die meisten Ansaessigen kein Thema mehr.
Am ersten Morgen in El Chalten schien die Sonne, aber es blies ein heftiger Wind. Mac machte sich auf den Weg zu Gerardo, welcher im Dorf die Ausritte in den Nationalpark anbietet. Dieser war etwas harsch. Er wollte keine Pferde verkaufen und schickte Mac gleich weiter zu einem Señor Guerra. Dieser war ein aelterer Herr in Gaucho-Kleidung. Er erklaerte, dass er der erste Bewohner in El Chalten war und bis anhin bei den meisten Expeditionen am Fitz Roy mit seinen Packpferden beteiligt war. Nun sei er pensioniert und verkaufe alles. Natuerlich hatte er auch 3 Pferde mit Ausruestung zu verkaufen und der Preis war erst noch besser als beim Business-Man in El Calafate. Ausserdem offerierte er uns auch gleich seine Unterstuezung in den Vorbereitungen unseres Trecks und etwas Unterricht im Umgang mit den Pferden. Dies war genau das, was wir gesucht hatten! Wir entschieden uns fuer einen Startversuch in El Chalten und verabschiedeten uns von Michael, der uns nun seit Puerto Montt begleitet hatte.
Am Tag vor der Reise nach El Calafate war es saukalt und es windete brutal. Die Pferde hatten wir inzwischen einmal kurz gesattelt und konnten zwei davon kurz reiten, wobei das Pferd von Mac ziemlich zickte. Ausserdem hatten wir eine riesige Liste, was wir alles noch in El Calafate kaufen sollten. Abgesehen von Gegenstaenden wie Hufeisen, Raspel, Hacken und Blache mussten wir auch noch fuer 15-20 Tagen Nahrung einkaufen, da die die Reit-Route vorher an keinem Dorf vorbei fuehrte, wo wir Nahrungsmittel haetten kaufen koennen. Die Nahrung musste unverderblich und um das Packpferd nicht zu ueberlasten leicht sein. Der Menue-Plan sah dementsprechend einfach und langweilig aus.